MOBBING IST KEIN KINDERSPIEL -

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MOBBING-BETROFFENER

beratung


Nach dem sogenannten „Vier-Ohren-Modell“ von F. Schulz von Thun beinhaltet nur die reine Sachaussage einer Nachricht den offensichtlichen Informationsgehalt. Drei viertel einer Botschaft bleiben verborgen, sprechen aber dennoch im Unterbewusstsein des Zuhörers, Persönlichkeits- und Verhaltensmerkmale zwischen ihm selbst und einer bestimmten Gruppe an. Für den überwiegenden Teil einer Aussage kann unterlegt werden, dass diese – u. a. in Abhängigkeit von der öffentlichen Meinung, dem Kontext, der individuellen Beziehung zum Gesprächspartner, den eigenen Emotionen zu Thema und Inhalt, dem Wert und der Dringlichkeit – unbewusst wahrgenommen wird. Unter dem  Begriff des 'Eisbergmodell' wurden in der Trainingspraxis die Aussagen Freuds auf die Analyse von Kommunikationsinhalten übertragen. In Bezug auf Kommunikationsprozesse bedeutet dies ebenfalls, dass nur ein kleiner Teil einer Botschaft direkt wahrnehmbar ist, nämlich die Informationen der Sachebene. Die vielfältigen Informationen der Beziehungsebene ergänzen diese jedoch und beeinflussen den Inhalt der Botschaft wesentlich. Die Sachebene; ist die Spitze des Eisberges und dient der Veranschaulichung des gesprochenen Wortes, der Körpersprache und dem Verhalten, also dem unmittelbar Wahrnehmbaren. Auf der Sachebene findet sich der Inhalt der Kommunikation. Dazu gehören beispielsweise Daten, Fakten oder Zahlen – also das "Was" der Kommunikation.


Die Beziehungsebene; beschreibt den Teil einer Aussage der „unter der Wasseroberfläche“ bleibt, wie Motive, Erfahrungen, Emotionen, Bedürfnisse und Normen. Sie stellen den eigentlichen Handlungsantrieb für das Geschehen über der Wasseroberfläche dar, sind dabei schwerer zugänglich und können häufig zunächst nur über Körpersprache, Stimmlage und Mimik erschlossen werden. Diese Ebene wird dem nicht sichtbaren Teil des Eisbergs zugeordnet und beinhaltet das "Wie" der Kommunikation. Im Falle von Kommunikationsproblemen gilt es also neben der Betrachtung des Geschehens über der Wasseroberfläche, darunter liegende Ebenen wie Bedürfnisse, Emotionen oder Erfahrungen in die Analyse mit einzubeziehen. So verdeutlicht das Modell, welche Einfluss z.B. unbekannte Faktoren auf ein Mitarbeitergespräch haben können und es vielleicht in eine ungewollte Richtung bringen. Je mehr man also über das Weltbild und handlungsleitende Werte seines Gesprächspartners weiß, desto eher kann man zielorientiert auf ihn eingehen. Dabei hilft die Anwendung von Fragetechniken, um auf die entscheidenden Ebenen unter der Wasseroberfläche zu gelangen und Konflikte zu vermeiden.


Heutzutage hängt Erfolg nicht allein von Können und Belastbarkeit ab, sondern immer mehr auch von der Kommunikationsfähigkeit des Einzelnen. Gezielter Einsatz von Körpersprache  und Rhetorik in der Kommunikation kann somit bei verschiedenen Zielgruppen – in Abhängigkeit von der Sozialisation, Zielstellung und deren Motivation - völlig widersprüchliche Wahrnehmungen erzeugen. Jede Kommunikation - einschließlich „Nicht-Kommunikation“ - birgt Konfliktpotential. Eine Äußerung ist immer mehr schichtig zu verstehen und enthält neben dem Inhaltsaspekt den Beziehungsaspekt, die Selbstoffenbarung der eigenen Gefühle und eine Aufforderung. Dabei kann jede der vier Ebenen missverstanden werden. Symptome einer nicht reibungslos funktionierenden Kommunikation sind geprägt von gefühltem Nicht-verstanden-werden, mangelnder Wertschätzung oder demütigender Intoleranz. Diese Beziehungsprobleme basieren zu einem Großteil auf unterschiedlichen Wahrnehmungen. Mangelhafte Kommunikation hat gravierende Folgen für Organisationen und ihre Mitglieder auf allen Ebenen. Es entstehen vor allem Missverständnisse, Gerüchte, Fehlleistungen, Konflikte und Missverständnisse sowie eine schlechte Stimmung bzw. Betriebsklima.


Bei der Konflikt- und Mobbingberatung ist aus der Erfahrung bekannt, dass Betroffene unter erheblichen Leidensdruck stehen und im Regelfall selbst auf die Entstehung ihrer Beschwerden und Probleme sowie einen möglichen Mobbing-Verdacht hinweisen. In diesem Fall muss jede vorwegnehmende Befragung sorgfältig vermieden werden. Von großer Bedeutung ist die Erfassung der bisherigen Reaktionsweisen der mutmaßlichen Gemobbten, insbesondere die Verwendung psychoaktiver Substanzen, wie Alkohol oder Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Die zunehmende Stigmatisierung durch die Mobbing-Erfahrung fördert Suchterkrankungen, die wiederrum zum Thema für die Mobber werden. Aus den Gesichtspunkten der Gesundheitsentwicklung gibt es nur die Motivation zu aktivem Vorwärtsdenken, um die Regulation des Selbstwertgefühls zu unterstützen. Schwerpunktmäßig wird bei dieser speziellen Thematik die Beziehungsebene im Kontakt mit der Umwelt bearbeitet. Dabei hat die oberste Priorität immer die Konzentration und Nutzbarmachung der verbliebenen persönlichen Ressourcen. Um sachgerecht und zielorientiert ein sogenanntes Mobbing-Syndrom zu bearbeiten, muss u. U. auch therapeutische und juristische Unterstützung hinzugezogen werden sowie mögliche aggressive Tendenzen vermieden werden, um nicht spontane Gegenwehrreaktionen zu schaffen, die sich in schuldhafte Situationen verlagern könnten. Wichtiges Ziel für eine Beratung und Begleitung von Betroffenen ist darum, dem weiteren Fortschreiten des Eskalationsgeschehens eines Konfliktes zu begegnen.


Ratschläge für das Erstgespräch mit einem Mobbing-Betroffenen:


  • Vermeiden Sie es, Partei zu ergreifen.
  • Suchen Sie nach Maßnahmen, die der Betroffene selbst ergreifen kann.
  • Sichern Sie ihm Unterstützung zu, ohne seine Partei zu übernehmen.
  • Erbitten Sie Bedenkzeit, bevor Sie handeln.
  • Analysieren Sie gemeinsam den Konflikt aus den verschiedenen Sichtweisen (Opfer, Täter, Helfer) nach Inhalt, Verlauf, beteiligten Parteien und deren Machtpositionen bzw. Beziehungen sowie der Lösbarkeit.